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Wie wirksam ist die Partnerschule? |
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Die Wirksamkeit meiner Arbeit als Eheberater war und ist für mich immer eine spannende Frage. Lediglich zu sagen: Gut, dass wir einmal drüber geredet haben! Ist mir zu wenig. Ich sehe es als Herausforderung, dass sich die Beziehung der Paare, die sich an mich wenden, auch tatsächlich verbessert. So war es für meine Beratungstätigkeit ein großes Glück, dass ich mit Hilfe mit der Beratungsbegleitenden Forschung seit Anfang der neunziger Jahre meine Paarberatungen kontinuierlich in prospektiven Untersuchungen auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen kann. Im Gegensatz zu einer retrospektiven Untersuchung - hier werden Ratsuchende nach Abschluss der Beratung gefragt, ob ihnen die Beratung geholfen habe - hat eine prospektiven Untersuchung drei Messzeitpunkte. Jeder der beiden Partner fühlt zu Beginn der Beratung mehrere standardisierte Fragebogen aus, zum Beispiel die Problemliste, in der 23 typische Bereiche hinsichtlich ihrer Konflikthaftigkeit abgefragt werden. dabei handelt es sich etwa um die Zufriedenheit mit der Haushaltsführung, der Zuwendung durch den Partner oder Sexualität. Nach Beendigung der Beratung werden diese Fragebögen dann erneut ausgefüllt. So lässt sich eine Veränderung feststellen. es lässt sich also konkret feststellen, ob nach der Beratung weniger Bereiche konflikthaft sind. Ein Jahr nach der Beratung werden die Ratsuchenden dann wieder gebeten, den Fragebogen noch einmal auszufüllen um festzustellen, ob die Veränderungen stabil geblieben sind bzw. ob sich noch Verbesserungen oder Verschlechterungen ergeben haben. Außer einem vagen Gefühl: "Hierbei handelt es sich um eine erfolgreiche bzw. nicht erfolgreiche Beratung", habe ich durch diese Fragebögen eine relativ objektive Rückmeldung über die Wirksamkeit. Wobei, und das wird vielleicht an dieser Stelle deutlich, verfolge ich mit meiner Beratung ein ganz spezifisches Ziel: Ein ratsuchendes Paar zu mehr Zufriedenheit mit der Beziehung hin zu begleiten. In dem Sinne bin ich nicht "Ergebnis offen". Mir ist klar, dass dieses Ziel nicht immer zu erreichen ist, dass manchmal auch eine Trennung und Scheidung eine sinnvolle Lösung sein kann. Aber auch hier können dann Ratsuchende durch die Partnerschule solche Kompetenzen erwerben, dass diese Trennung dann würdevoll vollzogen werden kann. An dieser Stelle möchte ich drei Personen besonders danken, die mich in den letzten 15 Jahren bei der Evaluation der Partnerschule mit allem Engagement und Kraft unterstützt haben: Dr. Christine Kröger, Berlin Prof. Dr. Kurt Hahlweg, Braunschweig Dr. Notker Klann, Bad Godesberg
aus der Evaluation sind folgende Veröffentlichungen entstanden: Sanders R. (1997): Dissertation: Integrative Paartherapie - Eine Pädagogische Intervention zur Förderung der Beziehung zwischen Frau und Mann als Partner, Grundlagen - Praxeologie – Evaluation Frankfurt: Peter Lang. Kröger C. & Sanders R. (2002): Klärung und Bewältigung von Partnerschaftsstörungen in und mit Gruppen. Effektivität und Effizienz des paartherapeutischen Verfahrens Partnerschule. In: Beratung Aktuell, 4, 176-195. (Beratung Aktuell 4 -2002) Kröger C. & Sanders R. (2005): Paarberatung in und mit Gruppen - eine wirksame Intervention? In: Zeitschrift für klinische Psychologie und Psychotherapie. 1, 47 – 53. Kröger, C. (2006): Evaluation. In: Sanders, Rudolf Beziehungsprobleme verstehen Partnerschaft lernen. Partnerschule als Kompetenztraining in Ehe und Familienberatung. Paderborn: Junfermann Verlag, S. 256 – 268.
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